14.12.2017

Die Schulstatistiken kaschieren den tatsächlichen Lehrerbedarf

Verband Reale Bildung (VRB) beklagt mangelnde Investitionsbereitschaft

„Die offizielle Schulstatistik des Bildungsministeriums besitzt nur eine eingeschränkte Aussagekraft, die Praxis an den Schulen sieht anders aus“, erklärt Timo Lichtenthäler, Landesvorsitzender des Verbandes Reale Bildung (VRB). „Das Zahlenwerk beschreibt eine einseitig positive Unterrichtsversorgung. Diese Imagekampagne wiederholt sich gebetsmühlenhaft alljährlich“, so der Verbandschef.

Vor dem Hintergrund des im internationalen Vergleich nachhinkenden Bildungsstandards bei gleichzeitig vollen Kassen gebe es einen massiven Investitionsdruck. „Wann, wenn nicht jetzt, will die Landesregierung die notwendigen Haushaltsmittel bereitstellen?“, fragt Lichtenthäler. „Enttäuschend ist, dass die Landesregierung die zurückgehenden Schülerzahlen nicht dazu nutzt, die unaufschiebbaren Bildungsaufgaben anzupacken. Die hohen Klassengrößen an den Realschulen plus und an den Integrierten Gesamtschulen erschweren eine moderne und zeitgemäße Unterrichtsgestaltung. Kinder und Jugendliche brauchen mehr Förderung, die Schulen brauchen mehr Planstellen für Lehrkräfte.“

Der Verband Reale Bildung fordert wiederholt als Sofortmaßnahme eine schulinterne Lehrerversorgung von 100 + 5 Prozent. Bestandserhebungen am Schuljahresanfang, die Faktoren wie Erkrankungen, Klassenfahrten, Wandertage sowie Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte nicht in Betracht ziehen, vernebeln den tatsächlichen Unterrichtsausfall. Der tatsächliche Unterrichtsausfall an den Realschulen plus und an den Integrierten Gesamtschulen liegt erfahrungsgemäß durchschnittlich bei etwa 8 Prozent, mancherorts weit darüber.

 

Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen.

Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule, für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

 

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