10.01.2018

Gute Vorsätze für 2018 auch in der Schulpolitik?

Verband Reale Bildung (VRB) fordert mehr Bildungsgerechtigkeit

Der Verband Reale Bildung (VRB) beklagt die fehlende Flexibilität bei der Finanzierung der Schulen. „Wenn Ungleiches gleich behandelt wird, dann führt dies zu einer Ungerechtigkeit. Für den Bereich der Schulen bedeutet dies, dass sich die Bildungsfinanzierung vom Gießkannenprinzip verabschieden muss“, erklärt VRB-Landesvorsitzender Timo Lichtenthäler.

Die Herausforderungen der Realschule plus sind im Schulartenvergleich besonders hoch. Die heterogene Schülerschaft erfordert eine bessere personelle Ausstattung mit Lehrkräften. Die Klassengröße muss sich an den Bedingungen orientieren, die von Schule zu Schule unterschiedlich schwierig sind. Notwendig sei eine bedarfsorientierte Ressourcensteuerung, so der VRB. Die Unterrichtssituation an den einzelnen Schulen sei nicht vergleichbar. „Es gibt Brennpunktschulen, es gibt Schulen mit einem unterschiedlich hohen Anteil an Zuwandererkindern und Kindern mit Migrationshintergrund. Die Integrationsaufgabe an der Realschule plus erfordert folglich mehr pädagogische und fachliche Individualisierung. Dies gilt ebenso für die Erfüllung des Inklusionsauftrages“, erklärt Lichtenthäler. Der VRB fordert, die Klassen wirksam zu verkleinern und den Schulen einen entlastenden Personalzuschlag zuzuweisen. Indikatoren, die zu einer höheren Bildungsgerechtigkeit beitragen, sollten entwickelt werden und verbindlich greifen.

Dass die Klassenmesszahlen in den 5. und 6. Klassen der Realschule plus günstiger sind als an anderen Schularten, zeige, dass die Landesregierung anerkenne, dass differenzierte Regelungen erforderlich sind, sagt der VRB-Landeschef. Bedauerlicherweise gebe es nach der Orientierungsstufe aber wieder eine Erhöhung der Klassengröße auf bis zu 30 Schülern. Diese sei weder systemkonform noch sachlich vertretbar, so der Verband. Die Landesregierung sollte daher eine verstärkte Umsetzung der Bildungsgerechtigkeit auf die Liste ihrer Neujahrsvorsätze nehmen, fordert der VRB.


Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen.
Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule, für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

 

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