04.05.2018

Veränderungen der „Binnensituation Schule“ erfordern politische Reaktion

Das Ergebnis der FORSA-Studie „Gewalt gegen Lehrer“ zeigt, wie sehr sich auch die „Binnensituation
Schule“ verändert hat. Neben den zunehmenden Arbeitsbelastungen sind Lehrkräfte immer mehr auch
körperlichen und psychischen Angriffen seitens der Schüler ausgesetzt. An jeder fünften Schule gab es
laut der vom VBE in Auftrag gegebenen Studie Fälle von Mobbing, Diffamierung und Belästigung über
das Internet.

Für den Verband Reale Bildung (VRB) sind die Befragungsergebnisse nicht überraschend. Bereits vor
fünf Jahren startete der VRB eine „Erziehungsoffensive“ und initiierte einen „Runden Tisch –
Gemeinsam für bessere Erziehung“. Teilnehmer waren der Landeselternbeirat, die Lehrerverbände, die
Landesschülervertretung, das Bildungs- und Jugendministerium und das Pädagogische Landesinstitut.
„Es ist dringend geboten, den Dialog über Werte auch im Hinblick auf kulturell verankerte Normen
fortzusetzen“, erklärt VRB-Landesvorsitzender Timo Lichtenthäler.“ Wertvolle Unterrichtszeit gehe
tagtäglich verloren. „Wenn nur fünf Minuten in jeder Unterrichtsstunde durch permanentes
Konfliktschlichten und Ermahnen verlorengeht, fallen 11 Prozent des Unterrichts aus“, erklärt
Lichtenthäler. Die Ergebnisse der FORSA-Untersuchung bestätigten die berechtigten Klagen der
Schulen. „Es sind Hilferufe, die leider kaum jemand hören will.“ Daher sei es wichtig, dass die
Bildungspolitiker jetzt endlich den Mut aufbringen einzugestehen, dass es in der Pädagogik auch
Grenzen der Machbarkeit gibt. Kleinere Klassen, eine stärkere Individualisierung des Unterrichts in
homogenen Lerngruppen, Zeitressourcen für Beratung von Eltern und ein verstärkter Einsatz von
Integrationshelfern, Schulsozialarbeitern und des schulpsychologischen Dienstes sind Maßnahmen, die
zu einer Entlastung der schulischen Überverantwortung und Verbesserung der pädagogischen
Schulqualität beitragen. Entsprechende Forderungen richtet der Verband Reale Bildung seit Jahren an
die Landesregierung. „ Eine politische Reaktion ist nicht mehr aufschiebbar“, erklärt der VRB.

 

Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen.

Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule, für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

 

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