01.08.2018

Die Realschule plus kommt ins 10. Schuljahr – Zeit für eine kritische Bilanz

Die Realschule plus gewinnt immer mehr an Zuspruch. Auch die Zunahme der Schülerzahlen belegt diesen positiven Trend. Die Realschule plus als jüngste Schulart in Rheinland-Pfalz wächst um 600 Schülerinnen und Schülerinnen im Vergleich zum Vorjahr. „Wir starten nach den Sommerferien mit der 2009 geschaffenen Realschule plus selbstbewusst ins 10. Schuljahr“, kommentiert Timo Lichtenthäler, Landesvorsitzender des Verbandes Reale Bildung (VRB), die erfreulichen Zahlen. Das Konzept der Realschule plus entspreche den vielfältigen Erwartungen der Eltern und Betriebe an eine zukunftsorientierte Schulart, so der Verbandschef.
Die Realschule plus bietet zahlreiche Aufstiegschancen. Sie wirkt mit einer fundierten Berufsorientierung dem Fachkräftemangel entgegen. Gleichermaßen ermöglicht diese Schulart schulische Anschlüsse, die zum Abitur und dann zu einem späteren Studium führen. Deshalb, so Lichtenthäler, sei die Realschule plus eine attraktive Alternative zum Gymnasium. Um das bisher Erreichte fest zu etablieren, erwartet der VRB dringend weitere Maßnahmen zur Verbesserung der unterrichtlichen Arbeit. Seit Jahren fordert der Verband, dass die Klassenmesszahlen auch ab der Klassenstufe 7 spürbar gesenkt werden müssen.

Am erfolgreichen Werdegang der Realschule plus, so der Verbandsvorsitzende, seien insbesondere die Lehrkräfte beteiligt. Bedenklich sei allerdings, dass dieses Engagement keine angemessene Unterstützung finde. Die Landesregierung habe immer noch nicht die Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte reduziert, obwohl die Aufgaben ständig zunehmen. Der Verband fordert daher eine spürbare Entlastung für Lehrkräfte, die Reale Bildung an den Realschulen, den Realschulen plus und den Gesamtschulen vermitteln. Dabei gilt es, auch den jungen Lehrkräften eine sichere Zukunftsperspektive zu geben. „Mit den Absolventen der Studienseminare und dem Bestandspersonal wäre es möglich, eine Lehrerversorgung von 100+5% zu erreichen. Eine solche Versorgung würde den Schulen helfen, Schülerinnen und Schüler adäquat zu fördern und zu fordern“, so der Vorsitzende.

An die Schulträger als Sachkostenträger appelliert Lichtenthäler, stärker in die Digitalisierung und sächliche Ausstattung zu investieren. Hier gebe es an vielen Schulen noch einen großen Nachholbedarf.

 

Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen.

Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule, für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

 

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