Zurück in der Schule. Teil 2

Bilanz nach der zweiten Woche

Rückmeldungen von Lehrkräften, Personalvertretungen und Schulleitungen

Unsere auf der Homepage und im Newsletter geäußerte Bitte um Situationsberichte über die erste Woche nach der Schulöffnung an den Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen ist auf große Resonanz gestoßen. Zahlreiche Lehrkräfte, Personalvertretungen sowie Schulleitungen haben uns ihre ersten besorgt wie auch mitunter ermutigend wirkenden Eindrücke mitgeteilt. Unter Wahrung der Anonymität möchten wir einige Auszüge aus den Rückmeldungen wiedergeben.

Reaktionen nach der zweiten Schulwoche (4. – 15. Mai 2020)

• Im Moment ist es nicht möglich, den ursprünglichen Ansprüchen an den Unterricht gerecht zu werden.
• Wir sind ein junges und motiviertes Kollegium, doch kommen wir an unsere Grenzen.
• Die aktuelle Situation an den Schulen kann kein Dauerzustand sein. Wie soll der Betrieb nach den Sommerferien weiterlaufen?
• Viel mehr Schüler als momentan können wir nicht aufnehmen, weil unsere räumliche Situation Grenzen setzt. Manche Räume können nicht ausreichend belüftet werden, andere Räume sind nur über sehr schmale Treppenwege erreichbar.
• Eine geordnete Aufsichtsführung während der Pausen ist kaum zu leisten.
• Die „Maskenpflicht auf dem Schulhof“, an der frischen Luft, ist nicht nachvollziehbar.
• Die Schüler verhalten sich diszipliniert und halten sich zumeist an die Hygienevorschriften.
• Kollegen, die Aufsicht haben, sind vorher nicht im Unterricht eingesetzt, um diese pünktlich (also vor Erscheinen der Schüler) wahrzunehmen. Eine solche Regelung wird mit noch mehr Schülern im Haus nicht mehr anwendbar sein.
• Die fehlende Betreuungsmöglichkeit der eigenen Kinder beschreiben mehrere Lehrerinnen.
• Ein dienstliches Abschalten am Wochenende ist unmöglich.
• Schwierig ist die Kommunikation unter den Schülern. Wie wirken Vermummung und Abstand auf die Persönlichkeitsentwicklung?
• Schüler zeigen hospitalistische Verhaltensweisen. Sie rennen während der kompletten Pausenzeit auf der Kreismarkierung des Hubschrauberlandeplatzes entlang.
• Die immer neuen Vorgaben der Schulbehörde lassen den Organisationsaufwand ins Unermessliche wachsen.
• Die Doppelbelastung durch Vorbereitung des Präsenzunterrichts und des Fernunterrichts (Homeschooling) sowie die Übernahme fachfremden Unterrichts lässt kein Durchatmen mehr zu.
• Der „Kuddelmuddel“ mit Homeschooling und Präsenzunterricht ist immer schwerer zu überblicken.
• Viele Schüler erklären, dass sie zuhause keinen eigenen Computer oder Drucker besitzen. Sie fühlen sich daher benachteiligt.
• Andere Schüler beklagen sich darüber, dass ihre Leistungen, die sie beim Homeschooling erbracht haben, nicht benotet werden dürfen.
• Viele Eltern haben ihren Kindern den Beschluss der Notenaussetzung nicht mitteilen wollen, weil sie dadurch die letzte Stellschraube einzubüßen glaubten.
• Schüler fragen häufig, ob es angesichts solcher Krisenzeiten denn tatsächlich nötig sei, alle Nebenfächer jetzt krampfhaft zu unterrichten oder ob es nicht sinnvoller sei, den Fokus stärker auf verpasste Inhalte der für sie relevanten Haupt- und Wahlpflichtfächern zu richten.
• Sind Lehrkräfte, die zu den Risikogruppen zählen und dennoch freiwillig in die Schule kommen, rechtlich abgesichert? Auch hinsichtlich der Beihilfeberechtigung?
• Das komplette Schulleitungsteam hat alles gut vorbereitet. Allerdings funktionieren wir als Kollegium auch gut. Aber was wird sein, wenn zunehmend die Lehrkräfte fehlen werden und gleichzeitig mehr Schüler in der Schule verweilen sollen?
• Wie dies alles auf längere Sicht und bei weiterer Öffnung der Schulen mit dem entsprechend reduzierten Personalstand (noch ohne Einbezug akuter krankheitsbedingter weiterer Ausfälle im Kollegium) zu schaffen sein soll, bleibt uns ein Rätsel.
• Die Angst vor einer Infektion steht im Raum – bei allen Beteiligten.
• Und wiederholt der Hinweis einer Kollegin: Nicht zu unterschätzen ist auch die eigene emotionale/mentale Mehrbelastung durch die Anwesenheit vor Ort (zum Beispiel: Atmosphäre in der Schule, traumatisierte Schülerinnen und Schüler, Angst vor Ansteckung).
• Eine Lehrerin hofft, dass wir vielleicht mit neuen Ideen aus dieser Zeit herauskommen. Die kleinen Klassen seien ja bereits ein positiver Anfang.
• Eine Lehramtsanwärterin schreibt, dass sich ihre Arbeitsbelastung schlagartig verdoppelt habe, während sie sich gleichzeitig auf ihre Examensprüfung vorbereitete.
• Der Personalrat einer Realschule plus fordert, dass die Personalvertretung bereits bei der Entwicklung weiterer Maßnahmen einbezogen und nicht erst im Nachhinein informiert werden sollte.

Redaktion: Bernd Karst

 

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