25.04.2016

Der VRB zum Koalitionsvertrag: „Gute Schulen brauchen gute Bedingungen!“

Timo Lichtenthäler, Landesvorsitzender des Verbandes Reale Bildung Rheinland-Pfalz (VRB), begrüßt die im Koalitionsvertrag anerkannten Grundforderungen seines Verbandes.

Einen besonderen Stellenwert erfahre die Realschule plus, die von der künftigen Landesregierung als tragende Säule des rheinland-pfälzischen Bildungssystems geschätzt werde. Der Koalitionsvertrag reagiere auf das in der Öffentlichkeit noch bestehende Informationsdefizit durch die Ankündigung einer breit angelegten Informationskampagne. Diese könne dazu beitragen, dass die Chancenvielfalt und Aufstiegsmöglichkeiten angemessen verdeutlicht werden. Allerdings erwarte der Verband, dass die Landesregierung auch auf die Kommunen einwirke, die für die sächliche Ausstattung der Schulen Verantwortung tragen. „Gute Schulen brauchen gute Bedingungen – sowohl personell als auch sächlich und räumlich“, so Lichtenthäler.
Der neu erklärte Koalitionsanspruch, eine  personell 100-prozentige Unterrichtsversorgung zu erreichen, sei ein „alter Hut“. Es habe sich seit Jahren bestätigt, dass die Statistik am Anfang eines Schuljahres nicht mit dem tatsächlichen Personalbedarf im laufenden Schuljahr übereinstimme. Zum Unterrichtsausfall wegen Krankheit, Klassenfahrten oder Fortbildung komme nun die nicht kalkulierbare Anzahl an Flüchtlingskindern hinzu. Die VRB-Forderung laute daher nach wie vor „100 plus 5 Prozent“ als Voraussetzung für eine personelle Handlungsfähigkeit der Schulen, so Lichtenthäler.
Der Verband Reale Bildung bewertet die beabsichtigte Bereitstellung von 48 neuen Funktionsämtern als Anerkennung des enormen Aufgabenzuwachses an den Realschulen plus. Mit Blick auf die 190 Realschulen plus in Rheinland-Pfalz könne dieser Unterstützungsansatz jedoch bestenfalls als ein erster Schritt in die richtige Richtung gewertet werden, weil sich die Einführung eines didaktischen Koordinators auf 48 große Realschulen plus beschränke. Bedauerlich sei, dass es keine konkreten Aussagen zum notwendigen Ausbau der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie gebe. 

Zum Hintergrund
Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen.
Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

 

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