01.12.2016

Die Zahlen zur Unterrichtsversorgung sind alltagsuntauglich

Verband Reale Bildung fordert Festeinstellung der Lehrkräfte

„Die tatsächliche Unterrichtsversorgung entspricht nicht dem vom Bildungsministerium erhobenen statistischen Wert am Anfang des Schuljahres“, erklärt Timo Lichtenthäler, Landesvorsitzender des Verbandes Reale Bildung (VRB) mit Blick auf die „schön anmutenden Zahlen“ des Bildungsministeriums. Unterrichtsausfälle im Laufe des Schuljahres seien nicht planbar, könnten aber durch eine Lehrerreserve an den Schulen weitgehend aufgefangen werden. Dazu müsste die Landesregierung mehr Geld in Lehrerstellen investieren, statt Lehrerstellen abzubauen, so der VRB-Landeschef in seiner Reaktion auf die veröffentlichte Schulstatistik des Bildungsministeriums. Momentan favorisiere die Landesregierung ein Sparkonzept auf Kosten der vollen Unterrichtsversorgung und der gut ausgebildeten Lehrkräfte. Diese Unterfinanzierung sei weder sachlogisch noch sozial gerecht. Zu viele Lehrkräfte sind nach Auffassung des Verbandes Reale Bildung (VRB) in befristeten Vertretungsverträgen beschäftigt. Nur durch deren Einsatz sei gewährleistet, dass das tatsächliche Unterrichtsdefizit nicht noch größer ist. Lichtenthäler fordert von der Landesregierung eine bessere Versorgung mit Planstellen für alle ausgebildeten Lehrkräfte an Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen. Lehrerinnen und Lehrer müssen beruflich und privat sicher planen können. Mit seiner Forderung „Lehrer von der Straße holen!“ und „Mehr Planstellen für ausgebildete Lehrkräfte!“ will der VRB erreichen, dass die Unterrichtsversorgung auch über das laufende Schuljahr hinweg gesichert ist. Der tatsächliche Unterrichtsausfall an den Realschulen plus und an den Integrierten Gesamtschulen liegt erfahrungsgemäß durchschnittlich bei etwa 8 Prozent, mancherorts weit darüber. Der Verband Reale Bildung fordert daher als Sofortmaßnahme eine schulinterne Lehrerversorgung von 100 + 5 Prozent. Nur die Verringerung des tatsächlichen Unterrichtsausfalls ist maßgebend für die Beurteilung einer guten Unterrichtsversorgung. Bestandserhebungen am Schuljahresanfang, die Faktoren wie Erkrankungen, Klassenfahrten, Wandertage sowie Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte nicht in Betracht ziehen, vernebeln den tatsächlichen Unterrichtsausfall. Sie sind daher alltagsuntauglich.

 

Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen.
Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

 

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