12.12.2018

Ministerin Hubig sollte mit guten Zahlen starten

Die Übernahme des Vorsitzes in der Kultusministerkonferenz (KMK), den Rheinland-Pfalz turnusmäßig nach 2004 im Jahr 2020 wieder übernehmen wird, sollte Ansporn sein, schulpolitische Schwachstellen im eigenen Bundesland rechtzeitig zu beseitigen, erklärt Timo Lichtenthäler, Vorsitzender des Verbandes Reale Bildung Rheinland-Pfalz (VRB). Die von Kultusministerin Dr. Stefanie Hubig als Megathemen bezeichneten Zukunftsaufgaben, darunter die Digitalisierung, Inklusion und Demokratieerziehung, könnten nicht on top in Angriff genommen werden. „Die vorgesehenen Programme müssen mit entsprechenden Investitionen verknüpft werden“, fordert der Verbandschef.

Erfreulich sei, dass Ministerin Dr. Hubig aktuell „eine zunehmende Heterogenität an vielen Schulen“ einräume. Auch vor diesem Hintergrund dürften die ständig wachsende Verantwortung und Aufgabenvielfalt der Lehrkräfte nicht ignoriert werden. Der Kräfteverschleiß sei bereits jetzt enorm, denn die Schule verlange den Lehrkräften einen mittlerweile nicht mehr zu bewältigenden Einsatz ab, so Lichtenthäler. Überfällig, so der Verband Reale Bildung, seien kleinere Klassengrößen sowie eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung und eine Erhöhung der Entlastungsstunden für Lehrkräfte. Unter den aktuellen Arbeitsbedingungen sei die politisch geplante Weiterentwicklung der Schulen pädagogisch nicht umsetzbar. Die Aufnahme und Umsetzung der „Megathemen“ setze voraus, dass in einem ersten Schritt der Arbeitsdruck und der Arbeitsumfang der Lehrkräfte reduziert würden. „Sonst bleibt die Schulwirklichkeit hinter den angekündigten Großprojekten auf der Strecke“, so der Verband Reale Bildung. Lichtenthäler appelliert an die künftige KMK-Präsidentin, das neue Jahr mit „guten Zahlen“ für die Realschulen plus und die Integrierten Gesamtschulen zu starten und Zukunftsprogramme erfolgsorientiert unter realistischen Ausgangsbedingungen einzuleiten.

 

Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen.
Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule, für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

 

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