30.01.2019

„Demokratisches Handeln muss gelernt werden“

Demokratie ist stets aufs Neue Gefahren ausgesetzt. Grundwerte werden in Frage gestellt und durch einen hemmungslosen und gefährlichen Populismus ersetzt. Der Verband Reale Bildung (VRB) tritt für eine selbstbewusste Auseinandersetzung mit den Feinden der Demokratie und deren Demagogie ein. Denn Kinder und Jugendliche wachsen in einer Zeit heran, in der gesellschaftliche Grundkonsensvorstellungen zunehmend ins Wanken geraten.


„Die Sorge um die Bewahrung und Weiterentwicklung unserer Demokratie ist größer geworden. Aufgabe der Schule ist es daher, eine fundierte inhaltliche Auseinandersetzung mit allen Formen des Extremismus, mit Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Intoleranz zu fördern“, erklärt der VRB-Landesvorsitzende Timo Lichtenthäler. Es sei daher folgerichtig, dass Landtag und Landesregierung auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren und die Demokratieerziehung unterstützen wollen. Begleitend zur Absichtserklärung müssten aber auch die sachlichen Voraussetzungen geschaffen werden, so der Verbandschef. „Wir können uns dem Ziel einer nachhaltig wirkenden Demokratieerziehung nur dann erfolgreich nähern, wenn ein dialogorientiertes Schulklima vorhanden ist und ein lebhafter Meinungsaustausch im Klassenzimmer – und dies in möglichst kleinen Gruppen -  stattfindet.
Der VRB begrüßt die angekündigte Stärkung des Faches Sozialkunde. „Demokratisches Handeln muss gelernt werden.“ Allerdings sei Erziehung für die Demokratie eine zentrale und zugleich übergreifende Aufgabe sowohl der Schule als auch des Elternhauses. Generell begrüßt der Verband Reale Bildung eine Erhöhung der Haushaltsmittel zur Förderung der politischen Bildungsarbeit, die auch Partnerschaften mit Schulen im europäischen Ausland sowie Fahrten und Projekte mit Begegnungscharakter einschließt. Der vorgesehene Jahresetat von vier Millionen Euro zur Finanzierung aller zusätzlich geplanten Maßnahmen erscheint auf den ersten Blick allerdings völlig unzureichend.

 

Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen.
Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule, für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

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