21.03.2019

Ein Like für gute Bildung

Der Verband Reale Bildung (VRB) fordert einen „DigitalpaktPlus“

Das Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter ist ein zentrales Thema der aktuellen Bildungspolitik. Nach der Einigung von Bund und Ländern zum Digitalpakt sind nun die Länder am Zug. Der Verband Reale Bildung erwartet von der rheinland-pfälzischen Landesregierung eine zeitgemäße digitale Ausstattung der Schulen mit Breitbandversorgung, schnellem WLAN, elektronischen Arbeitsgeräten und Lernmitteln sowie mobilen Endgeräten. „Die bereitgestellten Mittel müssen die Schulen schnellstmöglich erreichen“, fordert Timo Lichtenthäler, Landesvorsitzender des Verbandes Reale Bildung. Unterrichtsqualität sei allerdings nicht allein durch eine großzügige materielle Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik gewährleistet. „Eine gute Personalausstattung, zusätzliche Fort- und Weiterbildungsangebote sowie Freistellungen der Lehrkräfte zur Wahrnehmung der neuen Aufgaben sind die Voraussetzung, dass die digitalen Investitionen überhaupt wirksam werden können“, erklärt der VRB-Chef im Vorfeld des am 21. März vom VRB veranstalteten 9. Ingelheimer Fachkongresses. Der Verband Reale Bildung fordert einen DigitalpaktPlus. Für das Plus sei das Land zuständig. Gelder für Hardware und Software reichen nicht aus. „Wir müssen auch in die Anwendungskompetenz investieren,“ begründet Lichtenthäler.
Der VRB fordert und erwartet, dass die Landesregierung infolge der digitalen Veränderungen ein schlüssiges Fortbildungskonzept für Lehrkräfte entwickelt. Darüber hinaus benötigten die Schulen eine dauerhafte Unterstützung nicht nur bei der Installation, sondern auch bei der Unterhaltung der digitalen Werkzeuge durch IT-Fachkräfte und Systemadministratoren. Das Lehren und Lernen in einer digitalen Welt könne die Lehrkräfte nicht ersetzten. Ein guter Unterricht werde weiterhin durch die Lehrkraft geprägt, die die Freiheit haben müsse, Medien eigenverantwortlich einzusetzen. „Technik allein verbessert gar nichts. Auf die Lehrerin und den Lehrer kommt es an!“, so der VRB.
Der Einsatz digitaler Medien stößt sowohl auf Faszination als auch auf Skepsis. Auf dem Ingelheimer Fachkongress veranschaulichen Experten, was sich in Schule, Studium, Gesellschaft und Politik ändern muss. Themenschwerpunkte sind „Fake News“, „Fake-Finder“, „Rechtssicherer Umgang mit digitalen Medien“, „Lernen mit und über Medien“ sowie „Digitalisierung in der Ausbildung“. Hauptredner des Fachkongresses ist der ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey. Er spricht über „Qualitätsjournalismus in Zeiten des Populismus“.

 

Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen. Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

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