21.12.2019

Schulstatistik vernachlässigt die aktuellen Herausforderungen

Der Verband Reale Bildung vermisst eine konkrete Prognose zum Lehrerbedarf an den rheinland-pfälzischen Schulen. Eine solche Prognose gebe auch den künftigen Studienanfängern eine Orientierungshilfe bei der bevorstehenden Berufswahlentscheidung. „Die Erfolgsmeldungen des Bildungsministeriums zur statistischen Unterrichtsversorgung an den Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen spiegeln nicht die schulische Realität. Die aktuelle Lehrerversorgung ist unzureichend“, so der VRB. Die Realschulen plus und Integrierte Gesamtschulen benötigen in den nächsten Jahren mehr Ressourcen. Erneut beschreibe die Landesregierung den Status quo und werde den zentralen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft nicht gerecht. Seit Jahren fordert der VRB eine Senkung der Klassenmesszahlen. „Die Unterrichtsbedingungen haben sich verändert. Wir benötigen mehr Individualisierung, Differenzierung und Förderung, um den pädagogischen Anforderungen entsprechen zu können“, sagt Lichtenthäler.

Die Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen brauchen mehr Planstellen für Lehrkräfte. Lichtenthäler beklagt, dass die Lehrkräfte an den Realschulen plus und an den Integrierten Gesamtschulen längst am Limit ihrer Belastungen angekommen sind. Die hohe Unterrichtsverpflichtung erschwere die Gestaltung einer zukunftsorientierten schulischen Bildung. Vor diesem Hintergrund könne der VRB die Ankündigung des Bildungsministeriums nicht nachvollziehen, „dass die Ersatzbedarfe für in den Ruhestand wechselnde Kolleginnen und Kollegen in den kommenden Jahren etwas geringer ausfallen werden“. Kontinuierliche Neueinstellungen von jungen Lehrkräften seien die Voraussetzung für einen gelingenden Unterricht. Hier dürfte man die Chancen nicht ungenutzt lassen.

Ohnehin, so der VRB, werden den Lehrkräften kontinuierlich mehr Aufgaben übertragen. Der VRB fordert von der Landesregierung Maßnahmen zur positiven Bewältigung des beruflichen Alltags und zur Sicherung der Unterrichtsqualität. Eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung auf 24 Wochenstunden an den Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen sei längst überfällig. „Prognosen zum Lehrerbedarf unter Einbeziehung der notwendigen Verbesserungen ergeben ein anderes Bild als die vorgelegte Schulstatistik“, so der VRB.

 

Zum Hintergrund
Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen. Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

 

Kommunikation Presse und Medien: Bernd Karst, Grolsheimer Weg 5, 55411 Bingen, Tel.: 06721/994999, mobil: 0177-5541102, bernd.karst(at)vrb-rlp.de , Internet: www.vrb-rlp.de

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