19.02.2017

Digitale Medien sollen das Lernen unterstützen

Der Verband Reale Bildung bemängelt unzureichende Grundausstattung und fehlende technische Assistenten an Schulen

Die Zukunft der Wirtschaft 4.0 wird ebenso wie die Digitalisierung des Alltags die Wirklichkeit der heutigen und künftigen Generationen von Schülerinnen und Schülern prägen. Deshalb müsse eine Bildungs- und Wirtschaftsnation wie Deutschland der Entwicklung dieser Kompetenzen besondere Aufmerksamkeit widmen, fordert der Verband Reale Bildung. Digitale Werkzeuge und Medien könnten den Unterricht weiter verbessern, zum Beispiel bei der Veranschaulichung oder Vernetzung.
Dieser bildungspolitische Anspruch stehe allerdings in einem krassen Widerspruch zur Wirklichkeit. Die Rahmenbedingungen seien vielerorts völlig unzureichend, bemängelt VRB-Landesvorsitzender Timo Lichtenthäler. Wer Bildung in einer digitalen Welt ernst nehme, müsse investieren – personell und sächlich. Viele Kinder seien bereits in der Lage, zuhause im Internet zu surfen, bevor sie mit Messer und Gabel essen könnten. In der Schule hingegen fehle es an digitaler Kompetenz und technischer Grundausstattung. Der Verband Reale Bildung (VRB), der die Lehrkräfte an Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen vertritt, kritisiert das unzureichende Fort- und Weiterbildungsangebot. „Wir brauchen attraktive und qualitative Angebote für Lehrkräfte. Regelmäßige Fort- und Weiterbildungsangebote bieten zudem eine Plattform für den Informations- und Erfahrungsaustausch“, erklärt Timo Lichtenthäler. 
„Digitalisierung ist ein Umbruch, vergleichbar mit der Erfindung des Buchdrucks. Wir werden die Prozesse nicht aufhalten. Wir müssen beginnen, die digitalen Medien einzubinden. Es muss einen niederschwelligen Zugang zum Medium geben. Lehrkräfte brauchen die Sicherheit, dass die Technik nicht versagt. Sie muss funktionieren“, so Lichtenthäler. Der Verband Reale Bildung fordert seit vielen Jahren einen technischen Assistenten an den Schulen. Die Forderung entwickle im Zuge der digitalen Welt eine neue Qualität. Die Systeme würden komplexer. „Es ist nicht Aufgabe der Lehrkräfte, die Systeme professionell zu betreuen. Wir müssen die Lehrerinnen und Lehrer vor Fremdaufgaben und Überforderung schützen“, warnt der VRB.

 

Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen. Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

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