01.07.2020

Der Druck wird sich erhöhen

Planungen zum Schuljahr 2020/2021

Das Schuljahr 2020/2021 wird anders als gewohnt beginnen. Die Schülerinnen und Schüler haben lange auf ihre Rückkehr aus dem Corona-Lockdown gewartet. Auch die Lehrerinnen und Lehrer hoffen auf einen Schulbetrieb in einer sorgenfreien Schulgemeinschaft. Aber ein Zurück zur Routine wird es wohl kaum geben.

 

Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Dr. Stefanie Hubig bekräftigte bei der Vorstellung des Nationalen Bildungsberichts, dass die KMK die Rückkehr zum Regelbetrieb ohne Abstandsregeln nach den Sommerferien beschlossen habe. Sie schränkte allerdings ein, dass es Alternativplanungen gäbe, sofern dies durch das Infektionsgeschehen notwendig sei: rollierendes System mit abwechselndem Unterricht in der Schule und zu Hause wie auch Schulschließungen.

 

Es verdichten sich kurz vor Ferienbeginn die Anzeichen, dass das Bildungsministerium einseitig auf die Karte „Regelbetrieb“ setzt. Entsprechend werden die Personalplanungen an den Schulen vorgenommen. Alternativplanungen müssen schon jetzt auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen forciert werden, fordert der VRB-Vorsitzende Timo Lichtenthäler von der rheinland-pfälzischen Bildungspolitik: „Je gründlicher diese Planungen gemeinsam mit den Schulen und Schulträgern vorangetrieben werden, umso erfolgreicher können wir dem Bildungsanspruch der uns anvertrauten Schülerinnen und Schülern entsprechen.“

 

Die Coronakrise zwang unsere Gesellschaft, sich in rasanter Geschwindigkeit mit Defiziten zu beschäftigen, die bereits jahrelang zuvor offenkundig waren. Im Schulbereich beklagen wir unter anderem die fehlende digitale Ausstattung, die unzeitgemäßen Schulbaurichtlinien, das dürftige Angebot der Lehrerfort- und -weiterbildung, die hohen Klassenmesszahlen sowie die starren Arbeitsbedingungen in einer sich zunehmend veränderten inneren und äußeren Entwicklung – um nur einige Beispiele aufzugreifen. Der VRB bemängelt, dass die notwendigen „schulpolitischen Reaktionsgeschwindigkeiten“ bislang noch keine Beschleunigung aufgenommen haben. Aber der Druck, so der VRB, wird sich erhöhen, weil die Sicherung der sozialen und wirtschaftlichen Zukunft auch davon abhängt, dass das Lehren und Lernen unter den veränderten Bedingungen erfolgreich stattfinden kann.

 

Konkret fordert der VRB, dass jeder Schulraum und jeder häusliche Schülerarbeitsplatz über eine digitale Grundausstattung verfügt, sodass das digitale Arbeiten nicht nur beim rollierenden bzw. beim Fernunterricht zum Standard wird. Jede Lehrkraft benötigt ein dienstliches Endgerät. Andere Bundesländer haben diese Forderung bereits aufgegriffen und umgesetzt. Sie folgen damit der Erkenntnis, dass die Voraussetzungen für ein datenschutzkonformes Unterrichten mittels Lernplattformen, Lernapps oder Videokonferenzsystemen geschaffen werden müssen. Entsprechend müssen auch jede Schülerin und jeder Schüler über ein digitales Endgerät verfügen können.

 

Das Land Rheinland-Pfalz ist gefordert, die notwendigen technischen Ressourcen bereitzustellen und die personellen Voraussetzungen zu schaffen. Der VRB fordert die Übernahme der ausgebildeten Lehrkräfte in den Schuldienst. Das Land muss den jungen Lehrkräften eine Perspektive für einen Verbleib in Rheinland-Pfalz bieten. Abwanderungen in benachbarte Bundesländer kann sich Rheinland-Pfalz nicht leisten. „Wir brauchen gerade jetzt jede Kollegin und jeden Kollegen“, mahnt der VRB-Landesvorsitzende.

 

Wenn die Schulen den „Regelbetrieb“ wiederaufnehmen, dann werden sie nicht an die Gewohnheiten der Vergangenheit anschließen können. Verbesserungen und Weiterentwicklungen sind unverzichtbar. Unstrittig sind sie mit hohen Investitionen verbunden. Der Verband Reale Bildung fordert nachdrücklich, dass die Politik, die in der Krise vielseitige Unterstützungsmaßnahmen in Milliardenhöhe leistet, auch den Bereich Schule angemessen gewichtet.

 

Zum Hintergrund

Reale Bildung ist attraktiv, denn sie öffnet zahlreiche Wege und Alternativen. Die schulische und berufliche Laufbahn ist daher nicht einseitig festgelegt, sondern abhängig von Begabung, Interessen, Leistung und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das Schulsystem in Rheinland-Pfalz muss diese Durchlässigkeit gewährleisten und erhöhen.

Die Erfahrungen mit der neuen Schulstruktur zeigen, dass die Reale Bildung sowohl für die Realschule, für die Realschule plus als auch für die Integrierte Gesamtschule weiter ausgebaut werden muss. Hier setzt der VRB als Interessenverband seinen schul- und verbandspolitischen Schwerpunkt.

 

Kommunikation Presse und Medien: Bernd Karst, Grolsheimer Weg 5, 55411 Bingen, Tel.: 06721/994999, mobil: 0177-5541102, bernd.karst(at)vrb-rlp.de , Internet: www.vrb-rlp.de

 

 

 

 

 

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